Chronik

Die technische und organisatorische Verfassung des Feuerlöschwesens in der Mitte des vorigen Jahrhunderts war völlig unzureichend. Trotz des Bestehens von Verordnungen und Dienstinstruktionen gab es keine organisierte Feuerbekämpfung. Es wurden zwar Feuerlöschgeräte angeschafft, das Löschen selbst aber blieb dem guten Willen der zahlreich herbeieilenden, aber ungeübten Einwohnerschaft überlassen. So auch in Osthelden.

Am 20. März 1856 wurde unter dem Vorsitz von Gemeindevorsteher Setzer eine Gemeinderatsitzung einberufen. Es ging darum, ob man eine Feuerspritze von der Gemeinde Buschhütten ankaufen sollte. Aus dem Protokoll von 1856 geht nicht hervor, dass die Feuerspritze wirklich angekauft wurde.

Genau ein Jahr später, am 20 März 1857 lag dem Vorsteher Setzer ein Kostenvoranschlag für ein Spritzenhaus und einen Anbau der Schule vor. Am 25. September 1875 wurde in der Sitzung des Gemeinderates unter Vorsteher Spies die Anschaffung einer neuer Spritze beschlossen. Die Anfertigung soll nach Muster IV des von dem Fabrikanten Jos. Beduwe in Eichen eingesandten Prospekts erfolgen und diesem die Ausführung übertragen werden. Die Kosten belaufen sich auf 780 Mark und können aus dem Bestand der Communalkasse gedeckt werden.

Von 1911 bis 1916 wurden 4 Häuser in der Gemeinde Osthelden ein Raub der Flammen. In dieser Zeit muß auch die Pflichtbrandwehr ihren Dienst aufgenommen haben. Heinrich Wurmbach (Ludwijes) war der erste Führer der Pflichtbrandwehr und letzter ist Heinrich Stein (Bäuches) bekannt.

Am 4. Januar 1935 hatte der Gemeindeschulze Müller die Gemeindeältesten zur einer Beratung eingeladen. Es ging darum, die Pflichtbrandwehr in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln. Trotz vieler Bedenken kam man zu dem Entschluß, eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Das Protokoll vom 04. Januar 1935 liegt dem Chronisten vor.

Zum ersten Brandmeister wurde am 28. Juni 1933, damals noch Pflichtbrandwehr, Gustav Georg vom Gemeindevorsteher Ernst Walbersdorf bestimmt. Endgültig zum Brandmeister ernannt wurde Gustav Georg am 04. Oktober 1937 durch den Provinzialfeuerwehrführer.

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Brandmeister auch zum Hilfspolizei- Beamten bestellt. Aber nur für die sich aus dem Feuerwehrdienst ergebende Tätigkeit. Als stellvertretender Brandmeister und stellvertretender Führer des Halbzuges 15 Osthelden wurde damals Wilhelm Rink ernannt. Er ist im Krieg vermisst.

Zur damaligen Zeit besaß die Freiwillige Feuerwehr Osthelden eine Handdruckspritze. Auch die Karre mit der Schlauchhaspel muß aus der Zeit vor dem Krieg stammen.

Durch Kriegseinwirkungen waren etliche Häuser in Osthelden / Junkernhees in Brand geraten, so dass man unter besonders gefährlichen Bedingungen zur Brandstelle eilen musste.

Am 15. Januar 1949 wurde Brandmeister Gustav Georg auf eigenen Wunsch aus seinem Amt verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde im Einvernehmen zwischen der Gemeindeverwaltung Osthelden Amtsbrandmeister Berg und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Capito der Oberfeuerwehrmann Fritz Langenbach ernannt.

Das alte Gerätehaus befand sich neben der alten Schule (heute Kirche). Es war ein rotes Ziegelsteingebäude, ungefähr 14 qm groß. 1953 wurde eine neue Pumpe angeschafft, eine TS 4. Die Pumpe war auf einem einachsigen Kastenwagen aufgesetzt.

In den 1950er Jahren waren die Übungen Sonntagmorgens angesetzt. Mit dem Moped fuhr damals Kurt Klappert (Hanneses) als Hornist durch Osthelden und Junkernhees um die Feuerwehrkameraden zum Dienst zu rufen.

Im Jahr 1957 wurde Fritz Langenbach im Gasthof Lorsbach als Brandmeister verabschiedet. An seiner Stelle trat nun Georg Kiehl das Amt an.

Da nun das alte Gerätehaus mit der Zeit zu klein war, wurde am 28. September 1961 ein neues genehmigt. Dieses wurde auf dem alten Friedhof erstellt und am 12. Dezember 1962 seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten lagen bei 15.015,- DM.

Martin Benner wurde Anfang der 60er Jahre als stellvertretender Brand- Meister eingesetzt. Mitte der 60er Jahre wurde dann, mit viel „wenn und aber“ ein neues TSF (Gestell FK 1000) angeschafft.

1969, im Zuge der Stadtwerdung, wurde die Freiwillige Feuerwehr Osthelden in Freiwillige Feuerwehr Kreuztal Löschzug Osthelden umbenannt. Seitdem gibt es auch eine gemeinsame Schlussübung aller Löschzüge der Stadt Kreuztal. Vor der Stadtwerdung war es üblich, dass nach der Schlussübung die Kameraden entweder ins Schloß Junkernhees, Gasthof Belz oder Gasthof Lorsbach geladen wurden, wobei Bürgermeister Müller und der Amtsbrandmeister immer zugegen waren.

Im Jahr 1970 wurde dann eine neue Feuerlöschkreiselpumpe TS 8 angeschafft. Somit war im Stadtteil Osthelden / Junkernhees die Löschwasserversorgung wesentlich verbessert worden. Auch Sprechfunk- Geräte wurden nun von der Stadt angeschafft. Diese Geräte tragen dazu bei, dass eine schnelle Verständigung zwischen den Löschzügen möglich ist.

Am Pfingstsamstag 1975 wurde dem Löschzug Osthelden ein neues TSF (Ford Transit) übergeben. Bürgermeister Neef und Vertreter der Stadt Kreuztal sowie Wehrführer Reh und Kameraden aus anderen Löschzügen wohnten dem Ereignis bei. Hiermit war ein weiterer Schritt zu einer modernen Feuerwehr getan.

Eine schlagkräftige und einsatzfähige Feuerwehr ist wichtig. Man muß den Idealismus der Männer loben, die sich ehrenamtlich diesem Dienst am Nächsten zur Verfügung stellen. War die Feuerwehr früher nur für Brandschutz da, so hat sie heute vielseitige Aufgaben erhalten. Seien es Verkehrsunfälle, Unwetterkatastrophen, Öl- oder chemische Unfälle, stets ist die Feuerwehr gefordert.

Der letzte Großbrand ereignete sich 1973, als das alte Haus Steffes in Flammen aufging. Bei Verkehrsunfällen, Kamin- und Waldbränden hat der Löschzug Osthelden seine Einsatzfähigkeit bewiesen. Es würde zu weit führen, wollte man alle Einsätze hier auflisten.

Im Jahr 1976 trat Martin Benner als stellvertretender Löschzugführer aus gesundheitlichen Gründen zurück. Für ihn wurde Gerhard Oberländer als stellvertretender Löschzugführer bestellt. Am 20.10.1979 wurde der Löschzugführer Georg Kiehl im Rahmen der Jahresabschlussfeier von Wehrführer Reh und dem Bürgermeister der Stadt Kreuztal Selle verabschiedet. Als Dank für die 30jährige Tätigkeit in der Feuerwehr erhielt unser Schorsch aus der Hand des Wehrführers einen Wandteller, desgleichen auch von Bürgermeister Selle. Georg Kiehl stand über 20 Jahre als Gemeindebrandmeister und Löschzugführer dem Löschzug Osthelden vor. Auch die Kameraden des Löschzuges überreichten ihm ein Andenken.

Nach der Verabschiedung von Georg Kiehl wurde am 20.10.1979 Gerhard Oberländer als neuer Löschzugführer von Wehrführer Horst Reh und Bürgermeister Selle ins sein Amt eingeführt. Als stellvertretender Löschzugführer wurde Klaus Moll dann im Amt bestätigt.

Für die Kinder der Kameraden findet seit 1981 auch eine Nikolausfeier statt, während diese für die aktive Mannschaft bereits seit dem Jahr 1975 besteht.

Am 03.05.1985 fand der Festkommers für das 50-jährige Bestehen der Löschgruppen Kredenbach und Osthelden in der Turnhalle Kredenbach statt. Prominente Gäste waren aus dem Innenministerium Ministerialdirigent Meier-Bode und Ministerialrat Schürmann, Stadtdirektor Erns Otto Althaus, Bürgermeister Karl Heinz Thomas, stellv. Landrat Hans Hoof, Stadtbrandmeister Horst Reh, Kreisbrandmeister Ernst Dittmann, Bezirksbrandmeister Rudolf Röse, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes NRW Klaus Schneider, Schirmherr Hans-Hartmut Krombach, alle Löschzugführer und viele Kameraden.
Zur Gestaltung trugen der MGV „Westfalia Osthelden“ sowie die Damenriege Osthelden bei.

Am 16.06.1985 haben die Kameraden am 75-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Troisdorf/Oberlar teilgenommen.

Vom 03.08. bis 04.08.1985 wurde das 50-jährige Jubiläum auf dem Bolzplatz Osthelden gebührend gefeiert.

Anfang September 1985 begannen die An- und Umbauarbeiten am Gerätehaus. Richtfest wurde am 21.09.1985 gefeiert. Die Einweihung des neuen Gerätehauses fand am 02.07.1986 unter Mitwirkung des Stadtdirektors Kurt Erdmann und des Stadtbrandmeisters Horst Reh statt. Die Kameraden haben rund 450 Stunden Eigenleistung erbracht. Das Sommerfest wurde vom 19.07. bis 20.07.1986 erstmalig am Gerätehaus ausgerichtet und löste so den bisherigen Standort „Frenschenbach“ ab.

Am Dienstag, den 27.10.1987 brannte die Lackfabrik Bub in Ferndorf. Auch die Löschgruppe Osthelden eilte zum Einsatzort.

Die erste Mehrtagesfahrt der Löschgruppe fand im September 1988 statt und führte nach Bremerhaven.

Gerhard Oberländer übergab die Löschgruppenführung im März 1989 an Herbert Loos.

1992 fand die erste offizielle Wanderung statt, Ziel war Zinse.

Freitag, den 05.11.1993 wurde die Löschgruppe zu einem Großbrand ins Kunststoffwerk Gebr. OTTO gerufen.

Im September 1994 feierte Osthelden sein 650-jähriges Dorfjubiläum auf dem Bolzplatz. Anlässlich dieser Feier veranstaltete der Zug II eine durch das DRK-Osthelden verstärkte Übung mit der Drehleiter auf dem Dorfplatz.

Markus Schäfer übernahm im Januar 1995 von Klaus Moll kommissarisch das Amt des stellv. Löschgruppenführers bis er alle erforderlichen Lehrgänge absolviert hatte.

Endlich konnte am 22.12.1995 das neue TSF in Neunkirchen bei der Firma Giebeler abgeholt werden, und es wurde noch am selben Tag mit den Gerätschaften bestückt und „einsatzklar“ gemacht.

Seit 1975 findet die traditionelle Nikolausfeier im Bürgertreff Osthelden statt.

Am 13. Februar 1998 konnten das neue K-TLF bei der Firma Schmitz in Wilnsdorf abgeholt werden und das Heestal hat jetzt ein wasserführendes Einsatzfahrzeug.

Nachdem Gerhard Oberländer im Jahre 1996 sein 40jähriges Dienstjubiläum beging, schied er mit Erreichen der Altersgrenze nach nunmehr 42 Jahren aus dem aktiven Dienst aus.

Zum Jahrhundertwechsel hatten auch die Kameraden der Löschgruppe im Gerätehaus Bereitschaftsdienst.

Ende 1999 trat Markus Schäfer von seinem Amt als stellv. Löschgruppenführer zurück und aus der Feuerwehr aus. In der anstehenden Anhörung wurde Martin Grimm zum stellv. Löschgruppenführer gewählt und am 19.02.2000 von Stadtbrandmeister Hartmut Flender ernannt.

Seit 2002 unterstützt die Löschgruppe Osthelden tatkräftig die „Besch-Party“ des Gesangvereins „Westfalia Osthelden“.

Drei größere Einsätze hatte die Löschgruppe im Jahr 2003 abzuarbeiten: Erst musste ein umgestürzter Traktor in Oberhees geborgen werden, dann brannte in Eichen, als die Löschgruppe Eichen ihr Sommerfest beging, ein altes Fachwerkhaus, und am 25. Juli kam es zu einem Großbrand in der Ernsdorfstrasse, wo ein Fachwerkdoppelhaus in Flammen stand.

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde die Alarmierung der Löschgruppe auf Funkmeldeempfänger umgestellt. In Osthelden wurde mit Unterstützung der Kameraden die ehemalige DRK- Garage zum Umkleideraum umgebaut.

Vom 23.04.-25.04.2004 unterstützten wir den Löschzug Wenden bei seinem 75-jährigen Jubiläum.

Im Jahr 2006 ist Gerhard Oberländer 50 Jahre in der Feuerwehr.

In Osthelden kommt es fast zu einem MANV I Einsatz (Massenanfall von Verletzten) nach einem Verkehrsunfall am Robertsweiher.

Nach 22 Jahren geht es „back to the roots“ und das Feuerwehrfest findet erstmals wieder am 07.08.2007 in der Frenschenbach statt, diesmal unter dem Motto „Der Wald rockt“.

Es war auch das Jahr der Katastrophen. Im Januar hielt uns der Sturm „Kyrill“ 2 Tage auf Trab; hier mussten viele Einsätze abgearbeitet werden so wie auch bei dem Hochwasser im Juni in Eichen und Krombach.

Neben 9 kleineren Einsätzen im Jahr 2008, hatte die Löschgruppe einen Großbrand in Osthelden: Der Reiterhof Ochel brannte fast komplett aus. Auch ein brennender Kamin im Haus Schäfer in der Berghaus machte den Einsatzkräften eine Menge Arbeit.

Dank der Überzeugungsarbeit eines Kameraden der Ehrenabteilung konnten 5 neue Kameraden in die Löschgruppe aufgenommen werden. Nachdem Herbert Loos aus persönlichen Gründen vom aktiven Dienst zurücktrat, wurde Martin Grimm am 16.02. 2008 zum Löschgruppenführer bestellt und Bastian Loos kommissarisch zum stellv. Löschgruppenführer.

Im August 2009 nahm die Löschgruppe am ersten Bosselturnier der Feuerwehr Kreuztal teil und wurde mit einem sehr guten vierten Platz belohnt.

Während der Jahresdienstbesprechung am 20.02.2010 wurde Martin Grimm zum Hauptbrandmeister befördert.

Die Löschgruppe Osthelden besteht nun 75 Jahre. Alle Einsätze und Begebenheiten konnten hier nicht wiedergegeben werden.

Allen Kameraden, die in der Freiwilligen Feuerwehr Osthelden einmal Dienst gemacht haben oder noch tun, möchte der Chronist ein herzliches Dankeschön sagen: Denn sie waren oder sind Tag und Nacht bereit, dem Bürger aus der Not zu helfen.

Möge auch in Zukunft die Löschgruppe Osthelden dem Nächsten in der Not zur Seite stehen

Chronik2
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Chronik 1
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Erstellt: Gerhard Oberländer

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